Veröffentlicht am März 15, 2024

Erfolgreiches Sponsoring für Hobbysportler basiert nicht auf Follower-Zahlen, sondern auf einem strategisch aufgebauten sportlichen Narrativ.

  • Authentizität wird durch die transparente Darstellung von Erfolgen und Niederlagen geschaffen.
  • Nachhaltige Partnerschaften entstehen durch eine klare Werte-Deckung zwischen Athlet und Sponsor.

Empfehlung: Betrachten Sie Ihre Personal Brand als ein unternehmerisches Asset und schützen Sie es durch Professionalität und konsequente Rechtssicherheit.

Sie investieren unzählige Stunden in Ihr Training, verfeinern Ihre Technik und streben nach Bestleistungen. Doch die finanzielle Realität des Amateursports ist oft ernüchternd. Die Suche nach Sponsoren fühlt sich an wie ein zweiter Vollzeitjob, und die gängigen Ratschläge klingen hohl: „Sei authentisch“, „Poste regelmäßig“, „Erzähle deine Geschichte“. Viele talentierte Athleten enden frustriert, weil sie glauben, sie müssten zu lauten Influencern werden, um wahrgenommen zu werden, und verlieren dabei den Fokus auf das Wesentliche – ihren Sport.

Das Problem liegt in einem fundamentalen Missverständnis. Die meisten Hobbysportler versuchen, Sponsoren mit Medaillen und Reichweite zu überzeugen. Sie treten als Bittsteller auf und konkurrieren in einem überfüllten Markt um Aufmerksamkeit. Doch was, wenn der wahre Schlüssel zum Erfolg nicht in der reinen Leistungsdemonstration liegt, sondern im strategischen Aufbau Ihrer Persönlichkeit als wertvolles, unternehmerisches Asset? Was, wenn Ihre Niederlagen, Ihre Zweifel und Ihr Weg zurück an die Spitze für einen Partner wertvoller sind als ein weiterer Sieg?

Dieser Artikel bricht mit dem Mythos, dass Personal Branding ein Popularitätswettbewerb ist. Stattdessen zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre sportliche Reise in ein fesselndes, strategisches Narrativ verwandeln, das gezielt die richtigen Partner anzieht. Wir tauchen tief in die Psychologie der Sponsorenentscheidungen ein, klären die entscheidenden rechtlichen Fallstricke für den deutschen Markt und geben Ihnen hocheffiziente Methoden an die Hand, um Ihren Content zu produzieren, ohne Ihr Training zu vernachlässigen. Es geht nicht darum, mehr zu tun, sondern darum, Ihre Anstrengungen gezielt zu monetarisieren.

Der folgende Leitfaden ist Ihre strategische Roadmap. Er führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess, von der Definition Ihrer einzigartigen Geschichte bis hin zum Schutz Ihres Selbstwertgefühls in der digitalen Arena. Machen Sie sich bereit, die Spielregeln zu ändern.

Inhaltsverzeichnis: Ihr Weg zur erfolgreichen Sportler-Marke

Warum interessieren sich Leute mehr für Ihre Niederlagen als für Ihre Medaillen?

In einer Welt voller Hochglanz-Feeds und Erfolgsgeschichten ist die Währung, die wirklich zählt, menschliche Verbindung. Sponsoren und Fans investieren nicht in Roboter, die Medaillen produzieren, sondern in Persönlichkeiten, deren Reise sie inspiriert. Eine makellose Siegesserie ist bewundernswert, aber eine Geschichte von Rückschlägen, harter Arbeit und dem triumphalen Comeback ist das, was fesselt und eine loyale Community aufbaut. Ihre Niederlagen sind keine Schwächen; sie sind die entscheidenden Kapitel Ihres sportlichen Narrativs. Sie zeigen Charakter, Widerstandsfähigkeit und eine Verletzlichkeit, mit der sich Menschen identifizieren können.

Diese emotionale Resonanz ist der Kern eines starken Personal Brandings. Wie Digital Marketing Experte Daniel Schöberl betont, sind Authentizität und Transparenz die obersten Gebote. In seiner Analyse hebt er hervor:

Die zwei obersten Prioritäten im Personal Branding sind Authentizität und Transparenz. Menschen schätzen es, wenn Athleten ihre Hochs und Tiefs zeigen

– Daniel Schöberl, Digital Marketing Experte und Gründer von plusonelike

Ein perfektes Beispiel aus dem deutschsprachigen Raum ist Felix Neureuther. Sein Erfolg als Marke basiert nicht allein auf seinen sportlichen Leistungen. Er gewährt tiefe Einblicke in sein Leben, zeigt sich als Familienvater und scheut sich nicht, auch persönliche Momente zu teilen. Diese Transparenz schafft eine Nähe, die ihn für Partner und Fans gleichermaßen attraktiv macht. Es geht darum, die ganze Person hinter dem Athleten zu zeigen.

Für Sie als Hobbysportler bedeutet das: Dokumentieren Sie nicht nur das Podium, sondern auch das zermürbende Training an einem regnerischen Tag, die Frustration über eine verpasste Qualifikation und die Lektionen, die Sie daraus ziehen. Diese Momente sind keine Makel in Ihrer Erfolgsbilanz, sondern die Bausteine für eine authentische und greifbare Marke, die Sponsoren nicht nur als Werbefläche, sondern als echten Partner sehen.

Wie finden Sie Sponsoren, die wirklich zu Ihren Werten passen, statt wahllos Rabattcodes zu posten?

Die größte Versuchung im Sponsoring ist, jede sich bietende Gelegenheit zu ergreifen. Ein Rabattcode hier, ein Produkt-Post dort. Doch diese wahllosen Partnerschaften verwässern Ihre Marke und senden ein inkonsistentes Signal. Langfristig erfolgreiches Sponsoring beruht nicht auf Quantität, sondern auf einer tiefen Werte-Deckung zwischen Ihnen und dem Partner. Ein Sponsor ist kein Geldgeber, sondern ein Partner, der an Ihre Geschichte glaubt und dessen Markenbotschaft durch Ihre Persönlichkeit verstärkt wird. Statt zu fragen „Wer gibt mir Geld?“, lautet die strategische Frage: „Welche Marke teilt meine Werte und profitiert von meinem sportlichen Narrativ?“

Visuelle Darstellung einer Werte-Matrix für Sponsoring-Partnerschaften

Der erste Schritt ist die Selbstanalyse. Definieren Sie Ihre Kernwerte: Stehen Sie für Nachhaltigkeit, für regionale Verbundenheit, für technologische Innovation oder für den unbändigen Willen, Grenzen zu überwinden? Erstellen Sie eine Liste von potenziellen Sponsoren, deren Philosophie und Produkte zu diesen Werten passen. Ein Hersteller von nachhaltiger Sportbekleidung ist ein besserer Partner für einen naturverbundenen Trailrunner als eine Fast-Food-Kette. Diese gezielte Vorauswahl ist die Basis für eine überzeugende Sponsorenmappe, die nicht nur Ihre Erfolge auflistet, sondern Ihre gemeinsame Vision skizziert.

Plattformen können diesen Prozess erleichtern und die enorme Größe des Marktes verdeutlichen. Die Sponsoring-Plattform Sponsoo verbindet beispielsweise bereits über 20.000 Rechtehalter, darunter Athleten und Vereine, mit potenziellen Partnern. Doch auch hier gilt: Nutzen Sie solche Werkzeuge nicht als Gießkanne, sondern als Filter. Suchen Sie gezielt nach Unternehmen, die eine nachweisliche Verbindung zu Ihren Werten haben. Eine Partnerschaft, die auf gemeinsamen Überzeugungen beruht, ist widerstandsfähiger, glaubwürdiger und letztendlich profitabler für beide Seiten.

Werbemarkierung und Impressum: Welche Fehler kosten Sie als Mikro-Influencer 1000 € Abmahnung?

Sobald Sie eine Gegenleistung für einen Post erhalten – sei es Geld, Ausrüstung oder auch nur eine Dienstleistung – bewegen Sie sich im geschäftsmäßigen Raum. Für den deutschen Markt bedeutet dies, dass Sie sich an strikte Regeln halten müssen. Ignoranz schützt hier nicht vor Strafe, und eine Abmahnung kann schnell Kosten von mehreren hundert oder gar tausend Euro verursachen. Rechtssicherheit ist daher kein lästiges Übel, sondern ein Eckpfeiler Ihrer Professionalität. Sie signalisiert Sponsoren, dass Sie ein verlässlicher und gut informierter Partner sind.

Die beiden häufigsten Fallstricke sind die fehlende oder falsche Kennzeichnung von Werbung und ein unvollständiges Impressum. Jeder kommerzielle Post muss unmissverständlich und auf den ersten Blick als solcher erkennbar sein. Die Landesmedienanstalten empfehlen hierfür die Begriffe „Werbung“ oder „Anzeige“ am Anfang des Beitrags. Vage Formulierungen wie #ad oder #sponsored reichen oft nicht aus, um den deutschen rechtlichen Anforderungen zu genügen. Ebenso benötigen Sie ein Impressum nach § 5 TMG, sobald Ihre Social-Media-Aktivitäten als geschäftsmäßig gelten. Dies ist typischerweise der Fall, wenn Sie regelmäßig Sponsoring-Posts veröffentlichen.

Die genauen Anforderungen können je nach Art der Kooperation variieren. Der folgende Überblick zeigt die wichtigsten Unterschiede:

Kennzeichnungspflichten für verschiedene Posting-Arten
Art des Posts Kennzeichnungspflicht Empfohlene Kennzeichnung
Bezahlte Produktplatzierung Ja, zwingend #Werbung oder #Anzeige am Anfang
Kostenlose Produktzusendung Ja, bei werblicher Absicht #Werbung oder #Geschenk
Selbst gekauftes Produkt Nein, bei neutraler Darstellung Keine erforderlich
Verlinkung ohne Gegenleistung Umstritten Zur Sicherheit #unbezahltewerbung

Diese Regeln zu kennen und konsequent anzuwenden, schützt nicht nur Ihr Bankkonto, sondern stärkt auch Ihre Position als seriöser Markenbotschafter. Es zeigt potenziellen Partnern, dass Sie die Verantwortung, die mit einer Kooperation einhergeht, ernst nehmen und sie sich auf Sie verlassen können. Eine Rechtsschutzversicherung kann zusätzlich präventiv wirken und im Ernstfall hohe Kosten abfedern.

Wie produzieren Sie hochwertige Videos, ohne dass Ihr Training darunter leidet?

Die Anforderung, regelmäßig hochwertigen Content zu liefern, kann für einen Athleten schnell zur Belastung werden. Der Gedanke, neben dem anspruchsvollen Trainingsplan auch noch Kameramann, Cutter und Social-Media-Manager zu sein, ist abschreckend. Der Schlüssel liegt nicht darin, härter zu arbeiten, sondern in der Content-Effizienz. Es geht darum, die Content-Erstellung intelligent in Ihre bestehenden Routinen zu integrieren, anstatt sie als separate, zeitraubende Aufgabe zu betrachten. Das Ziel ist es, authentisches Material mit minimalem Zusatzaufwand zu generieren.

Sportler erstellt Content während des Trainings

Eine der effektivsten Methoden hierfür ist das „Content Batching“. Anstatt jeden Tag aufs Neue zu überlegen, was Sie posten könnten, blocken Sie sich feste Zeitfenster, in denen Sie gezielt Material für mehrere Tage oder eine ganze Woche produzieren. Ein Stativ mit einer Smartphone-Halterung wird dabei zu Ihrem wichtigsten Trainingspartner. Positionieren Sie es während des Aufwärmens, einer Technik-Einheit oder dem Cool-down und lassen Sie es einfach mitlaufen. So fangen Sie authentische Momente ein, ohne Ihren Fokus zu verlieren. Aus einer 30-minütigen Aufnahme können Sie später mühelos mehrere kurze Clips für Instagram Reels oder TikTok schneiden.

Dieser strukturierte Ansatz nimmt den Druck aus dem Alltag und sorgt für eine konstante Präsenz auf Ihren Kanälen. Moderne KI-Tools können diesen Prozess weiter beschleunigen, indem sie beispielsweise aus langen Videos automatisch virale Kurzclips erstellen oder Ihnen bei der Formulierung von Captions helfen.

Ihr Aktionsplan: Content-Produktion effizient ins Training integrieren

  1. Montag: Filmen Sie 30 Minuten Ihres Aufwärmprogramms. Ziel: 5 kurze Clips für die Woche extrahieren, die Technikdetails oder Übungen zeigen.
  2. Mittwoch: Nutzen Sie die Cool-down-Phase, um mit dem Smartphone in der Hand ein kurzes „Behind-the-Scenes“-Video aufzunehmen, in dem Sie Ihre Gedanken zum Training teilen.
  3. Freitag: Dokumentieren Sie eine spezifische Technik-Einheit mit einem festen Stativ-Setup. Dieses Material eignet sich hervorragend für längere YouTube-Videos oder detaillierte Erklärungen.
  4. Sonntag: Planen Sie zwei Stunden für die Post-Produktion ein. Sichten Sie das Material der Woche, schneiden Sie die Clips und planen Sie die Posts für die kommenden sieben Tage vor.
  5. Tipp: Experimentieren Sie mit KI-Tools wie Opus Clip für automatische Kurzvideo-Erstellung aus längeren Aufnahmen und nutzen Sie ChatGPT, um schnell Skripte oder Post-Ideen zu generieren.

Wie reagieren Sie professionell auf negative Kommentare unter Ihren Wettkampf-Bildern?

Sobald Sie in der digitalen Welt sichtbar werden, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Sie auf negatives Feedback stoßen. Ein unqualifizierter Kommentar unter einem Wettkampf-Foto kann verletzen und demotivieren. Doch Ihre Reaktion darauf ist ein entscheidender Teil Ihres öffentlichen Bildes und ein Test für Ihr professionelles Reputations-Management. Sponsoren beobachten genau, wie Sie mit Kritik umgehen. Eine impulsive, emotionale Antwort kann mehr Schaden anrichten als der ursprüngliche Kommentar. Professionalität bedeutet hier, einen kühlen Kopf zu bewahren und strategisch zu agieren.

Nicht jeder negative Kommentar verdient die gleiche Reaktion. Der erste Schritt ist die Kategorisierung der Kritik. Handelt es sich um einen reinen Troll, der nur provozieren will? Ist es konstruktive Kritik von einem Kenner der Szene? Oder ist es eine unsachliche Beleidigung? Für jede dieser Kategorien gibt es eine angemessene Vorgehensweise. Der Grundsatz lautet: Verschwenden Sie keine Energie an sinnlose Diskussionen, aber zeigen Sie Offenheit für berechtigte Einwände.

Ein strukturierter Reaktionsplan hilft, in emotionalen Momenten souverän zu bleiben. Dieses Framework dient als Leitfaden:

  • Troll-Kommentare & Spam: Die beste Reaktion ist oft keine Reaktion. Ignorieren, löschen oder den Nutzer blockieren. Jede Interaktion füttert den Troll nur.
  • Konstruktive Kritik: Bedanken Sie sich für das Feedback. Antworten Sie sachlich und offen. Manchmal verbergen sich in kritischen Anmerkungen wertvolle Hinweise oder Ideen für zukünftigen Content.
  • Unsachliche Angriffe: Bleiben Sie höflich. Geben Sie eine einzige, sachliche Antwort, um Ihre Position klarzustellen, und beenden Sie die Diskussion dann. Lassen Sie sich nicht auf einen Schlagabtausch ein.
  • Beleidigungen & Drohungen: Hier ist eine Null-Toleranz-Politik angebracht. Machen Sie einen Screenshot zur Dokumentation, melden Sie den Kommentar bei der Plattform und ziehen Sie bei schweren Verstößen (gemäß NetzDG) rechtliche Schritte in Erwägung.

Denken Sie immer daran, dass Ihre gesamte Online-Kommunikation Teil Ihrer Marke ist. Ein professioneller Umgang mit negativem Feedback stärkt Ihr Image als reife und verlässliche Persönlichkeit, was für Sponsoren ein unschätzbarer Wert ist.

Die Gefahr des ‚Spielzeug‘-Status: Was passiert, wenn Investoren die Lust verlieren?

Ein Sponsoring-Vertrag fühlt sich wie ein großer Sieg an. Doch die eigentliche Arbeit beginnt erst danach. Viele Partnerschaften scheitern, weil Athleten sie als einmalige Transaktion sehen und nicht als eine fortlaufende Beziehung, die gepflegt werden muss. Wenn ein Sponsor das Gefühl bekommt, nur ein Geldautomat zu sein, und keinen klaren Return on Investment in Form von Marken-Engagement oder positiver Assoziation sieht, verliert er schnell das Interesse. Sie werden vom vielversprechenden Partner zum austauschbaren „Spielzeug“. Um dies zu verhindern, müssen Sie Ihre Rolle proaktiv gestalten und dem Sponsor kontinuierlich den Wert Ihrer Partnerschaft beweisen.

Behandeln Sie Sponsoring wie ein Geschäft. Dazu gehört auch, die wirtschaftlichen Realitäten zu verstehen. Vermittlungsplattformen professionalisieren die Suche, verlangen aber auch einen Anteil am Erfolg. Bei erfolgreicher Vermittlung berechnet Sponsoo den Athleten beispielsweise eine 20% Provision auf die Sponsoring-Summe. Diese Kosten unterstreichen, dass es sich um eine professionelle Dienstleistung handelt und Sponsoren eine ebensolche Professionalität von Ihnen erwarten.

Ein proaktives Reporting ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Beziehung. Warten Sie nicht darauf, dass der Sponsor nach Ergebnissen fragt. Senden Sie ihm regelmäßig Updates: Wie hat sich Ihre Reichweite entwickelt? Welches Feedback gab es auf gemeinsame Aktionen? Wie haben Sie die Produkte im Training eingesetzt? Dieses Vorgehen zeigt Engagement und macht Ihren Beitrag messbar.

Fallstudie: Nachhaltige Sponsoring-Beziehungen durch proaktives Reporting

Die Erfahrung zeigt, dass Athleten, die bereits während ihrer aktiven Zeit kontinuierlich an ihrer Marke arbeiten und ihre Partner aktiv managen, weitaus größere Chancen haben, auch nach der sportlichen Karriere als Markenbotschafter, Trainer oder Unternehmer erfolgreich zu sein. Die aktive Karriere ist oft nur ein Abschnitt. Eine stabile, professionell geführte Personal Brand hingegen schafft einen Wert, der weit über die sportliche Lebensspanne hinausreicht und Sie vor dem „Spielzeug“-Status schützt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ihre authentische Geschichte, inklusive Rückschlägen, ist Ihr wertvollstes Kapital für Sponsoren.
  • Rechtssicherheit (Impressum, Werbekennzeichnung) ist kein Hindernis, sondern ein Zeichen von Professionalität.
  • Effiziente Content-Produktion lässt sich nahtlos ins Training integrieren, ohne die Leistung zu beeinträchtigen.

Warum finden die verrücktesten Wechsel immer erst in den letzten Stunden des Transferfensters statt?

Auch wenn es im Amateursport selten um millionenschwere Transfers geht, lässt sich aus der Psychologie des „Deadline Day“ im Profifußball viel für die Sponsorensuche lernen. Warum eskaliert die Aktivität kurz vor Schluss? Zwei mächtige psychologische Prinzipien sind am Werk: Dringlichkeit und die Angst, etwas zu verpassen (FOMO). Wenn die Zeit knapp wird, werden Entscheidungen beschleunigt. Sponsoren, die monatelang gezögert haben, wollen plötzlich doch noch „auf den Zug aufspringen“, bevor die Saison beginnt oder ein wichtiges Event startet.

Visualisierung der Deadline-Day-Psychologie im Sponsoring

Für Sie als Athlet bedeutet das, dass Sie künstliche, aber sinnvolle Deadlines in Ihrer Sponsoring-Akquise schaffen können. Statt unbegrenzt verfügbar zu sein, könnten Sie Sponsoring-Pakete anbieten, die nur bis zu einem bestimmten Datum vor Ihrem Saisonhöhepunkt buchbar sind. Dies erzeugt eine legitime Dringlichkeit. Kommunizieren Sie klar: „Um als Partner prominent auf meiner Ausrüstung für die Deutsche Meisterschaft im Juli sichtbar zu sein, benötigeige ich Ihre Zusage bis zum 31. Mai.“ Dies verschiebt die Dynamik von „Bitte sponsern Sie mich“ zu „Hier ist eine exklusive Gelegenheit mit einer klaren Frist“.

Der deutsche Sportsponsoring-Markt ist riesig und wettbewerbsintensiv. Die jährlichen Ausgaben für Sportsponsoring in Deutschland betragen fast 4 Milliarden Euro, was den enormen Druck auf Unternehmen zeigt, die richtigen Werbebotschafter zu finden. Indem Sie die Entscheidungsfindung durch klare Zeitfenster strukturieren, helfen Sie potenziellen Partnern, eine Entscheidung zu treffen, und positionieren sich als strategisch denkender Athlet. Sie nutzen die gleiche Psychologie, die am Deadline Day für fieberhafte Aktivität sorgt, aber auf eine professionelle und geplante Weise.

Wie schützen Sie Ihr Selbstwertgefühl, wenn auf Instagram alle schneller und fitter sind?

Social Media kann ein mächtiges Werkzeug sein, aber auch ein toxisches Umfeld. Der ständige Vergleich mit den scheinbar makellosen Profilen anderer Athleten – die immer schneller, fitter und erfolgreicher wirken – kann Ihr Selbstwertgefühl untergraben. Dieser Vergleich ist jedoch unfair und irreführend. Sie sehen nur den kuratierten Höhepunkt, nicht die Zweifel, die Verletzungen und die hunderte von Stunden mühsamer Arbeit dahinter. Der Schutz Ihres mentalen Wohlbefindens ist die Grundlage für eine nachhaltige Karriere und eine authentische Marke. Ein zerbrechliches Selbstwertgefühl führt zu verkrampftem und unglaubwürdigem Content.

Die Lösung liegt in einer radikalen Fokusverschiebung: weg vom externen Vergleich, hin zum internen Fortschritt. Ihr wichtigster Gegner und Maßstab sind nicht die anderen, sondern die Person, die Sie gestern waren. Dokumentieren und visualisieren Sie Ihre eigene Progression. Führen Sie ein Trainingstagebuch, analysieren Sie Ihre Leistungsdaten und feiern Sie Ihre persönlichen Meilensteine, egal wie klein sie scheinen. Dieser Fokus auf die eigene Reise ist nicht nur gesünder, sondern auch die Quelle für den besten Content.

Der Personal Branding Experte Marco Petersen fasst diesen Gedanken perfekt zusammen:

Fokussiere dich auf deine eigene Daten-Progression. Social-Media-Statistiken ignorieren und stattdessen eigene Leistungsdaten visualisieren – der Fortschritt gegenüber sich selbst wird zur zentralen Story

– Marco Petersen, SPORT IQ Personal Branding Experte

Fallstudie: Gela Allmanns inspirierende Geschichte als Vorbild

Die deutsche Trail-Läuferin Angelika ‚Gela‘ Allmann ist ein herausragendes Beispiel für diese Haltung. Nach einem tragischen Sturz aus 800 Metern Höhe kämpfte sie sich zurück ins Leben. Auf Instagram teilt sie nicht nur ihre sportlichen Erfolge, sondern gibt authentische Einblicke in ihren zähen Weg der Genesung. Ihre Geschichte inspiriert Tausende, weil sie echt ist und den Fokus auf ihren persönlichen Kampf und Fortschritt legt, anstatt sich mit anderen zu vergleichen.

Indem Sie Ihre eigene Entwicklung zum Helden Ihrer Geschichte machen, immunisieren Sie sich gegen den Vergleichsdruck und schaffen gleichzeitig ein starkes, authentisches und inspirierendes Narrativ, das für Sponsoren und Fans gleichermaßen wertvoll ist.

Beginnen Sie noch heute damit, Ihre sportliche Reise nicht nur als Leistung, sondern als wertvolles Narrativ zu betrachten. Definieren Sie Ihre Werte, professionalisieren Sie Ihren Auftritt und suchen Sie gezielt nach Partnern, die Ihre Geschichte weitererzählen wollen.

Häufige Fragen zum Personal Branding für Sportler

Was ist der Unterschied zwischen ‚Werbung‘ und ‚Anzeige‘ bei der Kennzeichnung?

Beide Begriffe sind grundsätzlich zulässig, müssen aber deutlich sichtbar am Anfang des Posts platziert werden. Die Landesmedienanstalten empfehlen einheitlich ‚Werbung‘ oder ‚Anzeige‘ zu verwenden.

Wann muss ich als Hobbysportler ein Impressum auf Social Media haben?

Sobald Sie geschäftsmäßig agieren (regelmäßige Sponsoring-Posts, Produktplatzierungen), benötigen Sie ein vollständiges Impressum gemäß § 5 TMG mit Name, Anschrift und Kontaktdaten.

Was passiert bei einer Abmahnung wegen fehlender Werbekennzeichnung?

Abmahnungen können von der Wettbewerbszentrale oder Konkurrenten ausgesprochen werden und Kosten von mehreren hundert bis tausend Euro verursachen. Eine Rechtsschutzversicherung kann hier präventiv schützen.

Geschrieben von Thomas Adler, Sportjournalist und Taktik-Analyst mit Fokus auf die Fußball-Bundesliga und Sportökonomie. Er verfügt über 12 Jahre Erfahrung in der Berichterstattung über Vereinsstrukturen, Transfermärkte und Fankultur.