
Die Wahl des falschen Cardio-Geräts oder dessen fehlerhafte Nutzung kann zu Gelenkschmerzen führen und Ihre Ergebnisse sabotieren.
- Der Crosstrainer ist nicht pauschal die beste Wahl; die korrekte Rudertechnik ist entscheidender für einen gesunden Rücken als die Geräteauswahl.
- HIIT verbrennt gefährliches Bauchfett effektiver als Dauerläufe, muss aber für den Muskelaufbau richtig ins Training integriert werden.
Empfehlung: Konzentrieren Sie sich auf die saubere Bewegungsausführung und passen Sie das Gerät an Ihr spezifisches Ziel an, nicht umgekehrt.
Sie kennen das Gefühl: Sie betreten das Fitnessstudio, motiviert und bereit, Kalorien zu verbrennen, und stehen vor einer Armee von blinkenden Cardio-Geräten. Laufband, Crosstrainer, Rudergerät, Indoor-Bike – wohin nur? Die gängige Meinung hallt Ihnen im Ohr: „Nimm den Crosstrainer, der ist am besten für die Gelenke“ oder „Bloß nicht aufs Laufband, das macht die Knie kaputt.“ Diese Ratschläge sind zwar gut gemeint, kratzen aber nur an der Oberfläche und führen oft zu ineffizientem Training oder sogar zu neuen Problemen.
Als Ihr persönlicher Geräte-Instruktor sage ich Ihnen: Das Gerät selbst ist nur die halbe Miete. Die entscheidende Frage ist nicht nur, *welches* Gerät Sie wählen, sondern *wie* Sie es nutzen. Ein falsch bedientes „gelenkschonendes“ Gerät kann schädlicher sein als ein „belastendes“ Gerät, auf dem Sie mit tadelloser Technik arbeiten. Die wahre Kunst liegt im Verständnis der biomechanischen Kompromisse jeder Maschine und der Anpassung an Ihren Körper und Ihre Ziele. Es geht um Bewegungseffizienz, nicht nur um das blinde Abarbeiten von Minuten.
Dieser Guide bricht mit den Mythen. Wir analysieren nicht nur, welches Gerät für welches Ziel – Gelenkschonung, Fettverbrennung, Ausdaueraufbau – am besten geeignet ist. Wir tauchen tief in die häufigsten Nutzungsfehler ein und zeigen Ihnen, wie Sie diese vermeiden. Sie lernen, wie Sie Ihre optimale Trainingsintensität ohne teure Diagnostik finden und wie Sie Cardio strategisch in Ihr Krafttraining integrieren, um maximale Erfolge zu erzielen. Machen Sie sich bereit, die Cardio-Zone mit dem Wissen eines Experten zu betreten.
Um Ihnen eine klare Struktur für diese wichtigen Informationen zu geben, finden Sie hier eine Übersicht über die Themen, die wir behandeln werden. Jeder Abschnitt ist darauf ausgelegt, Ihnen konkretes, anwendbares Wissen zu vermitteln, damit Sie Ihre Zeit im Fitnessstudio optimal nutzen können.
Inhaltsverzeichnis: Der ultimative Guide für Cardio-Geräte im Fitnessstudio
- Warum nutzen 90% der Menschen das Rudergerät falsch und ruinieren ihren Rücken?
- Laufband oder Waldweg: Wo ist die biomechanische Belastung für Ihre Bänder höher?
- Fettverbrennung auf leeren Magen: Mythos oder Wundermittel für die Definition?
- Wie ermitteln Sie Ihre optimale Trainingszone ohne teure Laktatdiagnostik?
- Sollten Sie Cardio vor oder nach dem Hanteltraining machen für maximalen Muskelaufbau?
- Intervalltraining oder Dauerlauf: Was verbrennt das gefährliche viszerale Bauchfett effektiver?
- Wie motivieren Zwift und Co. durch virtuelle Belohnungen zu echten Höchstleistungen?
- Wie laufen Sie Ihre ersten 10 Kilometer am Stück, ohne nach der Hälfte gehen zu müssen?
Warum nutzen 90% der Menschen das Rudergerät falsch und ruinieren ihren Rücken?
Das Rudergerät gilt als König unter den Cardio-Geräten – und das zu Recht. Sportwissenschaftliche Analysen zeigen, dass beim Indoor-Rudern bis zu 84% aller Muskeln im Körper trainiert werden. Kein anderes Gerät bietet eine derart effiziente Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining. Doch genau hier liegt die Tücke: Die komplexe Bewegung verleitet zu gravierenden Fehlern, die den Nutzen zunichtemachen und den unteren Rücken stark belasten. Der häufigste Fehler ist die Umkehrung der Bewegungsreihenfolge und ein runder Rücken, der sogenannte „Katzenbuckel“.
Die korrekte Bewegung ist ein fließender Dreiklang: 1. Beine, 2. Oberkörper, 3. Arme. Beim Zurückkehren in die Ausgangsposition gilt die umgekehrte Reihenfolge: 1. Arme, 2. Oberkörper, 3. Beine. Viele Nutzer initiieren die Bewegung jedoch mit dem Rücken oder ziehen Arme und Oberkörper gleichzeitig nach hinten. Dadurch wird die Kraft nicht aus den starken Bein- und Gesäßmuskeln generiert, sondern aus dem viel schwächeren Lendenwirbelbereich. Das Resultat sind Schmerzen und im schlimmsten Fall langfristige Schäden.
Eine biomechanische Analyse verdeutlicht das Problem: Anstatt die Wirbelsäule neutral zu halten und die Vorwärtsbewegung durch eine Kippung im Becken einzuleiten, beugen viele Sportler Wirbel für Wirbel. Wie eine Studie zu biomechanischen Fehlhaltungen zeigt, ist genau diese unnatürliche Biegung der Wirbelsäule unter Last die Hauptursache für Rückenschmerzen beim Rudern. Achten Sie darauf, den Oberkörper wie ein festes Brett zu sehen, das sich aus der Hüfte nach vorne und hinten neigt, aber in sich stabil bleibt. Ihr Rücken wird es Ihnen danken.
Laufband oder Waldweg: Wo ist die biomechanische Belastung für Ihre Bänder höher?
Die Frage, ob das Training auf dem Laufband oder im Freien besser ist, spaltet die Läufergemeinde. Beide Optionen haben spezifische Vor- und Nachteile, die sich direkt auf Ihre Gelenke und Bänder auswirken. Der entscheidende Faktor ist der biomechanische Kompromiss zwischen Dämpfung und Stabilität. Das Laufband bietet eine kontrollierte, gedämpfte Oberfläche, die die Aufprallkräfte bei jedem Schritt reduziert. Dies kann besonders für Anfänger oder Personen mit bestehenden Gelenkproblemen von Vorteil sein.

Allerdings führt diese Monotonie zu einer sehr einseitigen Belastung. Ihre Füße treffen immer im selben Winkel auf, was die kleinen, stabilisierenden Muskeln in Füßen und Knöcheln unterfordert. Im Gegensatz dazu zwingt ein unebener Waldweg Ihren Körper, bei jedem Schritt Mikroadaptionen vorzunehmen. Wurzeln, Steine und wechselnde Neigungen trainieren Ihre Propriozeption und Koordination. Dies stärkt die Bänder und Muskeln, die Ihre Gelenke stabilisieren, und schützt Sie langfristig besser vor Verletzungen durch Umknicken. Jedoch ist die unmittelbare Belastung bei einem Fehltritt höher. Zudem zeigen Studien, dass auch Scherkräfte während des Laufens relevante Werte erreichen und je nach Untergrund variieren, was die Komplexität der Belastung unterstreicht.
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen, basierend auf einer vergleichenden Analyse verschiedener Laufuntergründe.
| Untergrund | Gelenkbelastung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Laufband | Mittel | Stoßdämpfung, gleichmäßige Oberfläche | Einseitige Belastung |
| Waldweg | Variabel | Trainiert Koordination und Stabilität | Höhere Belastung bei Unebenheiten |
| Asphalt | Hoch | Gleichmäßig, gut für Tempoläufe | Höhere Aufprallkräfte |
Die ideale Strategie ist eine Kombination aus beidem: Nutzen Sie das Laufband für kontrollierte Tempo- und Intervall-Einheiten und den Waldweg für längere, regenerative Läufe, die Ihr gesamtes System stärken. So profitieren Sie von den Vorteilen beider Welten.
Fettverbrennung auf leeren Magen: Mythos oder Wundermittel für die Definition?
Das Nüchterntraining am Morgen ist einer der hartnäckigsten Mythen im Fitnessbereich. Die Theorie klingt plausibel: Wenn die Glykogenspeicher über Nacht geleert wurden, muss der Körper direkt auf seine Fettreserven als Energiequelle zurückgreifen. Und tatsächlich bestätigen Studien diesen Mechanismus auf kurze Sicht. Meta-Analysen zeigen, dass Nüchterntraining zu einer um bis zu 20% höheren Fettverbrennung *während* der Trainingseinheit führen kann. Viele glauben daher, es sei der heilige Gral für schnellen Fettabbau.
Die entscheidende Frage ist jedoch: Führt dies auch zu einem größeren langfristigen Fettverlust über den Tag verteilt? Hier lautet die Antwort der Wissenschaft klar: Nein. Der Körper ist ein cleveres System und kompensiert die höhere Fettverbrennung während des Trainings, indem er im Laufe des restlichen Tages vermehrt auf Kohlenhydrate als Energiequelle zurückgreift. Am Ende des Tages ist die Gesamt-Fettbilanz identisch, egal ob Sie vor oder nach dem Frühstück trainiert haben. Der limitierende Faktor für den Fettabbau ist und bleibt das Kaloriendefizit über 24 Stunden.
Zudem birgt das Nüchterntraining Risiken. Die Leistungsfähigkeit ist oft geringer, was zu einem niedrigeren Kalorienverbrauch insgesamt führen kann. Noch wichtiger: Der Körper baut bei intensivem Training ohne verfügbare Kohlenhydrate nicht nur Fett, sondern auch wertvolle Muskelproteine zur Energiegewinnung ab. Sie riskieren also, mühsam aufgebaute Muskulatur zu verlieren. Für die meisten Trainierenden überwiegen die Nachteile die theoretischen Vorteile bei Weitem. Die Ernährungsexperten von Quantum Leap Fitness fassen es in einer aktuellen Studie treffend zusammen:
Entscheidend bleibt die Kalorienbilanz über den gesamten Tag hinweg – unabhängig davon, ob die Trainingseinheit auf nüchternen Magen oder nach einer Mahlzeit erfolgt.
– Studie von 2024, Quantum Leap Fitness Ernährungsexperten
Konzentrieren Sie sich lieber auf eine qualitativ hochwertige Mahlzeit vor dem Training, um maximale Leistung zu erbringen und Ihre Muskeln zu schützen. Das ist der nachhaltigere Weg zu einer besseren Körperdefinition.
Wie ermitteln Sie Ihre optimale Trainingszone ohne teure Laktatdiagnostik?
In der richtigen Herzfrequenzzone zu trainieren, ist der Schlüssel zu effizientem Cardio-Training. Doch viele Fitnessstudio-Mitglieder sind von Begriffen wie „GA1“, „GA2“ oder „anaerobe Schwelle“ überfordert und glauben, man bräuchte eine teure Leistungsdiagnostik, um diese Zonen zu bestimmen. Das ist nicht der Fall. Für 95% aller Freizeitsportler gibt es einfache, kostenlose und erstaunlich genaue Methoden, um das richtige Belastungsniveau zu finden. Sie müssen nur lernen, auf Ihren Körper zu hören.
Anstatt sich auf ungenaue Faustformeln wie „220 minus Lebensalter“ zu verlassen, die individuelle Unterschiede komplett ignorieren, nutzen Sie lieber einen der folgenden praxiserprobten Ansätze. Diese Werkzeuge helfen Ihnen, Ihr Training präzise zu steuern und Ihre Ziele – ob Fettverbrennung oder Ausdauersteigerung – schneller zu erreichen. Die beste Methode ist oft eine Kombination aus objektiver Berechnung und subjektivem Empfinden.
Ihr Aktionsplan: Die optimale Trainingszone selbst bestimmen
- Karvonen-Formel anwenden: Messen Sie Ihren Ruhepuls morgens vor dem Aufstehen. Die Formel lautet: (Maximale Herzfrequenz – Ruhepuls) × gewünschte Intensität in % + Ruhepuls. Für die Fettverbrennung peilen Sie 60-70% an.
- Sprechtest durchführen: Dies ist die einfachste Methode. Bei optimaler Intensität für die Grundlagenausdauer sollten Sie in der Lage sein, sich noch in kurzen Sätzen zu unterhalten, aber nicht mehr singen können.
- Borg-Skala (RPE) nutzen: Schätzen Sie Ihr subjektives Belastungsempfinden auf einer Skala von 6 (keine Anstrengung) bis 20 (maximale Anstrengung) ein. Für effektives Ausdauertraining sollte Ihr Gefühl im Bereich von 12 bis 14 („etwas anstrengend“) liegen.
- Krankenkassen-Bonus prüfen: Bevor Sie Geld ausgeben, fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach. Viele gesetzliche Kassen in Deutschland bezuschussen professionelle Leistungsdiagnostiken im Rahmen von Präventionsprogrammen nach § 20 SGB V.
Beginnen Sie mit dem Sprechtest und der Borg-Skala, um ein Gefühl für Ihren Körper zu entwickeln. Wenn Sie Ihre Fortschritte genauer verfolgen möchten, ist die Karvonen-Formel in Kombination mit einer Pulsuhr ein exzellentes Werkzeug. So stellen Sie sicher, dass jede Minute Ihres Cardio-Trainings zählt.
Sollten Sie Cardio vor oder nach dem Hanteltraining machen für maximalen Muskelaufbau?
Diese Frage ist ein Klassiker im Fitnessstudio und die Antwort hängt einzig und allein von Ihrer Priorität ab. Der wissenschaftliche Hintergrund dazu nennt sich „Interferenz-Effekt“: Ausdauer- und Krafttraining senden unterschiedliche Signale an Ihre Muskeln. Während Krafttraining auf Muskelwachstum (Hypertrophie) abzielt, optimiert Ausdauertraining die Energieeffizienz. Führt man beides intensiv in einer Einheit durch, kann das eine Signal das andere stören.

Die Regel ist einfach: Das, was Ihnen wichtiger ist, kommt zuerst. Wenn Ihr primäres Ziel der Muskelaufbau ist, müssen Sie mit voller Energie und maximalen Glykogenspeichern ins Hanteltraining gehen. Eine vorangehende, intensive Cardio-Einheit würde Ihre Kraftreserven erschöpfen, sodass Sie bei Kniebeugen oder Bankdrücken nicht mehr die nötige Leistung für einen Wachstumsreiz erbringen können. In diesem Fall gehört das Cardio-Training ans Ende der Einheit oder, noch besser, an einen separaten Tag.
Umgekehrt gilt: Wenn Sie für einen Marathon trainieren und Ihre Ausdauerleistung im Vordergrund steht, absolvieren Sie Ihre Laufeinheit zuerst, wenn Sie frisch sind. Ein kurzes, ergänzendes Krafttraining kann danach folgen. Für die meisten Fitnessstudio-Besucher, deren Ziel eine athletische Figur mit sichtbaren Muskeln ist, ist die Sache klar. Eine Fallstudie zu deutschen Ganzkörperplänen formuliert eine eindeutige Empfehlung:
Prioritätenregel für den Muskelaufbau
Die Erkenntnis aus der Trainingspraxis ist eindeutig: Wenn Sie gleichzeitig an Muskelwachstum interessiert sind, sollten Sie hochintensives Intervalltraining (HIIT) oder längere Cardio-Einheiten immer im Anschluss an Ihr Krafttraining absolvieren. Ein leichtes Aufwärmen von 5-10 Minuten auf dem Rad oder Crosstrainer vor dem Krafttraining ist davon ausgenommen und sogar empfehlenswert.
Indem Sie diese Prioritätenregel befolgen, stellen Sie sicher, dass Ihre harte Arbeit im Kraftraum nicht durch eine falsch getimte Cardio-Einheit sabotiert wird.
Intervalltraining oder Dauerlauf: Was verbrennt das gefährliche viszerale Bauchfett effektiver?
Nicht alles Fett ist gleich. Während das subkutane Fett direkt unter der Haut sitzt (das, was wir „kneifen“ können), ist das viszerale Fett weitaus gefährlicher. Es lagert sich in der Bauchhöhle um die inneren Organe ab und ist ein wesentlicher Treiber für Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme. Die gute Nachricht: Dieses Fett reagiert besonders gut auf das richtige Training. Und hier zeigt sich die Überlegenheit von hochintensivem Intervalltraining (HIIT) gegenüber moderaten Dauerläufen (LISS – Low Intensity Steady State).
Während lange Läufe im moderaten Tempo zwar viele Kalorien verbrennen, sorgt HIIT für eine stärkere hormonelle Reaktion im Körper. Die kurzen, extrem intensiven Belastungsphasen führen zu einer massiven Ausschüttung von Wachstumshormonen und Katecholaminen (wie Adrenalin), die gezielt die Fettzellen im Bauchraum mobilisieren. Der Effekt ist beeindruckend: Eine Studie an Typ-2-Diabetikern zeigte eine Reduktion des viszeralen Fetts um 44% nach nur 8 Wochen HIIT, ohne dass die Teilnehmer ihre Ernährung ändern mussten.
Der Schlüssel ist der sogenannte „Nachbrenneffekt“ (EPOC). Nach einer HIIT-Einheit ist Ihr Stoffwechsel für Stunden erhöht, da der Körper viel Energie aufwenden muss, um sich zu regenerieren. Sie verbrennen also auch dann noch Kalorien, wenn Sie längst unter der Dusche stehen. Um HIIT gelenkschonend umzusetzen, eignen sich Crosstrainer, AirBikes oder Rudergeräte perfekt. Hier sind einige bewährte Protokolle:
- Tabata auf dem Crosstrainer: 8 Runden bestehend aus 20 Sekunden Sprint und 10 Sekunden sehr langsamer Bewegung. Gesamtdauer: 4 Minuten.
- Gibala auf dem AirBike: 3 Runden bestehend aus 60 Sekunden Sprint und 75 Sekunden lockerer Erholung. Gesamtdauer: ca. 7 Minuten.
- Wingate auf dem Rudergerät: 4 bis 6 Runden bestehend aus 30 Sekunden Vollsprint und 2 Minuten aktiver Pause. Gesamtdauer: 10-18 Minuten.
Zwei bis drei dieser kurzen, aber brutalen Einheiten pro Woche sind bereits ausreichend, um dem gefährlichen Bauchfett den Kampf anzusagen – weitaus effektiver als stundenlanges, monotones Joggen.
Wie motivieren Zwift und Co. durch virtuelle Belohnungen zu echten Höchstleistungen?
Die größte Hürde im Cardio-Training ist für viele nicht die körperliche Anstrengung, sondern die mentale Monotonie. Minutenlang auf einen Bildschirm zu starren oder eine Wand anzusehen, kann die Motivation schnell zerstören. Genau hier setzen Plattformen wie Zwift, Peloton oder Kinomap an. Sie transformieren das einsame Training im Keller oder Fitnessstudio in ein interaktives und soziales Erlebnis. Das Geheimnis ihres Erfolgs liegt in der cleveren Anwendung von Gamification-Mechanismen.
Diese Apps nutzen psychologische Prinzipien, die uns auch bei Videospielen fesseln. Anstatt nur Kilometer abzuspulen, verfolgen Sie plötzlich konkrete Ziele:
- Virtuelle Welten: Sie fahren oder laufen durch realistische Landschaften, von den Alpen bis nach London, was für ständige visuelle Abwechslung sorgt.
- Belohnungssysteme: Für absolvierte Strecken oder erreichte Ziele schalten Sie neue Ausrüstungsgegenstände frei, wie schnellere virtuelle Fahrräder oder exklusive Trikots. Dieses Sammeln und Aufrüsten spricht unseren Spieltrieb an.
- Sozialer Wettbewerb: Sie können in Echtzeit gegen Freunde oder andere Nutzer aus der ganzen Welt antreten. Ranglisten und gemeinsame Ausfahrten schaffen ein Gefühl der Zugehörigkeit und einen gesunden Konkurrenzdruck.
- Strukturierte Trainingspläne: Die Apps bieten professionell gestaltete Workouts und Pläne, die das Training abwechslungsreich und zielgerichtet gestalten. Das „Was soll ich heute machen?“ entfällt.
Diese Elemente schaffen einen positiven Kreislauf: Das Erreichen kleiner Ziele führt zu einer Dopaminausschüttung im Gehirn, was uns motiviert, weiterzumachen. Der soziale Vergleich spornt zu neuen Bestleistungen an. Das Ergebnis ist, dass viele Nutzer nicht nur häufiger, sondern auch intensiver trainieren als sie es alleine tun würden. Sie verwandeln eine lästige Pflicht in ein fesselndes Hobby. So werden aus virtuellen Belohnungen ganz reale Leistungssteigerungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Technik vor Gerätewahl: Eine korrekte Ausführung auf einem vermeintlich „schlechteren“ Gerät ist immer besser als eine falsche Technik auf dem „besten“ Gerät.
- Ziel bestimmt die Methode: Ob HIIT zur Fettverbrennung oder ein Dauerlauf zur Ausdauersteigerung – passen Sie Ihr Training Ihrem primären Ziel an, auch bei der Reihenfolge von Cardio und Kraft.
- Konsistenz schlägt Intensität: Ein strukturierter, progressiver Plan, den Sie durchhalten, bringt Sie weiter als unregelmäßige, übermäßig harte Einheiten.
Wie laufen Sie Ihre ersten 10 Kilometer am Stück, ohne nach der Hälfte gehen zu müssen?
Das Ziel, 10 Kilometer am Stück laufen zu können, erscheint vielen Anfängern wie ein unbezwingbarer Berg. Der häufigste Fehler ist, zu schnell zu viel zu wollen. Man läuft los, bis man nicht mehr kann, ist frustriert und gibt auf. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht in der Willenskraft, sondern in einem intelligenten, progressiven Aufbau. Ihr Körper – insbesondere Ihre Sehnen, Bänder und Gelenke – braucht Zeit, um sich an die Belastung anzupassen. Genau das leistet ein strukturierter Plan mit einem systematischen Wechsel aus Laufen und Gehen.
Die Gehpausen sind kein Zeichen von Schwäche, sondern das strategische Herzstück des Plans. Sie ermöglichen es Ihrem Herz-Kreislauf-System, sich kurz zu erholen, sodass Sie die Gesamtdauer des Trainings verlängern können. Mit der Zeit werden die Laufintervalle länger und die Gehpausen kürzer, bis Sie sie schließlich gar nicht mehr benötigen. Wichtig ist dabei das richtige Tempo: Laufen Sie immer so, dass der „Sprechtest“ positiv ausfällt. Sie sollten sich noch unterhalten können.
Der folgende 10-Wochen-Plan, basierend auf der bewährten Lauftreff-Methode, führt Sie sicher an Ihr Ziel. Er erfordert drei Trainingseinheiten pro Woche. Suchen Sie sich feste Tage aus und halten Sie sich daran – Konsistenz ist alles.
- Woche 1-2: 3x wöchentlich 20 Min. im Wechsel (5 Min. Laufen / 1 Min. Gehen)
- Woche 3-4: 3x wöchentlich 25 Min. im Wechsel (8 Min. Laufen / 1 Min. Gehen)
- Woche 5-6: 3x wöchentlich 30 Min. im Wechsel (12 Min. Laufen / 1 Min. Gehen)
- Woche 7-8: 3x wöchentlich 35 Min. im Wechsel (15 Min. Laufen / 30 Sek. Gehen)
- Woche 9-10: 3x wöchentlich 40-45 Min. durchgehend im langsamen Sprechtempo laufen
Nach Abschluss dieses Plans haben Sie nicht nur die 10-Kilometer-Marke geknackt, sondern sich auch eine solide Grundlagenausdauer aufgebaut, auf der Sie für weitere Ziele aufbauen können.
Sie haben jetzt das Wissen, um die Cardio-Geräte nicht nur zu bedienen, sondern sie strategisch für Ihre Ziele zu nutzen. Der nächste Schritt? Suchen Sie sich einen Punkt aus diesem Guide aus und setzen Sie ihn bei Ihrem nächsten Training um. Beginnen Sie noch heute damit, intelligenter statt nur härter zu trainieren.
Häufig gestellte Fragen zum gezielten Herz-Kreislauf-Training
Brauche ich zwingend eine Pulsuhr?
Nein, der Sprechtest und die Borg-Skala sind kostenlose und effektive Alternativen für 95% der Freizeitsportler. Eine Pulsuhr hilft bei der Genauigkeit, ist aber für den Anfang nicht notwendig.
Wie genau ist die Karvonen-Formel?
Sie bietet eine sehr gute Annäherung, die deutlich genauer ist als die simple Altersformel. Individuelle Abweichungen von ±10 Schlägen pro Minute sind aber normal und kein Grund zur Sorge.
Zahlt meine Krankenkasse eine Laktatdiagnostik?
Viele gesetzliche Krankenkassen in Deutschland bieten im Rahmen von Bonusprogrammen oder Präventionskursen (§ 20 SGB V) Zuschüsse von 50 bis 150 Euro an. Eine Nachfrage bei Ihrer Kasse kann sich lohnen.